Beckengröße bei Neons?

Beckengröße bei Neons?

Guten morgen alle Zusammen.

Mir liegt ein Thema am Herzen, welches ich einfach mal als Wochenthema ansprechen möchte.

Ich lese in Gruppen von manchen immer wieder, daß man Neons erst ab 100 cm Kantenlänge halten darf.
Das überrascht mich, ich persönlich finde auch ein 80er ausreichend, daher würde ich mich über Informationen freuen/ bzw. Begründungen, warum derjenige es so empfiehlt.

Mir liegt mit diesem Post nicht daran , daß man sich in die “Schuppen kriegt”, sondern um Argumente Für und Wider.

Vorweg gibt es aber ein Problem.
Es wird immer von NEONS gesprochen.
Aber welche?
Umgangsprachlich machen die meisten keinen Unterschied zwischen axelrodi, innesi oder simulans.
Manche nehmen sogar noch den H. axelrodi mit rein, wobei er nicht mal zu den Paracheirodon gehört, sondern Hyphessobrycon.

Damit sind wir schon beim Grundgedanken meiner Überlegungen.
Schnelles kritisieren, ohne genaue Artnennung (Hinterfragen).
Neon wird als Sammelbegriff sofort zusammen geschlossen, wobei oft nicht mal die Art klar ist.

Das zweite ist, daß ich des öfteren den Eindruck habe, daß manche die Beckengröße kritisieren, ohne jedoch den Fisch selber gepflegt zu haben ( welchen ? ) oder keine ausreichenden Vergleiche.

Beurteilen kann eigentlich nur derjenige, der die Tiere in verschieden großen Becken kenne lernte und somit Unterschiede in deren Verhalten sah.

Natürlich ist für alle 4 oben gennannten Arten mehr Platz immer komfortabler.
Vor allem, wenn noch andere Fischarten dazu kommen.

Mir fehlt aber doch eine genauere Betrachtung, ich habe das Gefühl, als hätte jemand diese 100 cm in den Raum geworfen und es wird gebetsartig nachgesprochen.

Da gibt es leider einige Themen, bei denen dies passiert, ohne das sich tatsächlich mit den Fakten auseinander gesetzt wird.
Bunter Kies, Plastikdeko, Einfahrzeit, ohne Pflanzen funktioniert ein AQ nicht und noch vieles mehr…
Aber bleiben wir beim “Neonthema”.

Keine der genannten Arten habe ich als schwimmfreudig erlebt.
Natürlich ziehen sie ihre Bahnen, aber sie stehen auch in größeren Becken oftmals lange nur in bestimmten Bereichen.
Fühlen sie sich wohl, verteilen sie sich mitunter stark ( der simulans bildet da eine Ausnahme, er hat einen engeren Zusammenhalt) und besetzen sogar kleine Reviere.
Diese werden gegen andere Männchen verteidigt, Weibchen werden angebalzt.

Ein stetiges, ausdauerndes Schwimmverhalten/Bahnen ziehen wie z.B. beim H. beleheri ( Rotkopfsalmler) konnte ich bei innesi weder in 60, 80, 100, 110, 120, 160 cm Kantenlänge beobachten.
Auch ein einem mir bekannten 200 cm mit axelrodi Becken war dies nicht zu beobachten.
Die Tiere schlossen sich zwar auch lose zusammen, schwammen auch mal eine gute Strecke, den meisten Teil des Tages aber verbringen sie eher “stehend”.

Geschlossenes Bahnenziehen findet nur statt bei Stressituationen ( neu eingesetzt/Fresfeinden/Bedrohung)

Nur meine P.simulans zeigten ein vermehrtes Schwimmen in größeren Becken, die sie definitiv Platzmäßig ausnutzten.
Interessant ist, daß sie die Kleinsten der 3 sind.

Bei nicht all zu viel Beibesatz ( und damit fallen die kleineren Becken aus, in denen Guppy, Molly, Platy mit reingesetzt werden, was übrigens wesentlich eher angesprochen werden muss) halte ich für P.innesi und P.simulans eine Kantenlänge von 80 cm für ausreichend.
Bei den P. axelrodi würde ich aufgrund ihrer Endgröße zu einem 100 cm Becken tendieren.

Dabei handelt es sich für mich als unterste Haltungsgrenze, die ich ohne Bauchweh vertreten kann, aus oben genannten Beobachtungen.

Immer vorausgesetzt, daß die jeweiligen Aquarien vernünftig besetzt sind und auch artgerecht eingrichtet.

Das mal meine Gedanken.
Ich freue mich über Eure Erfahrungen und auf einen interessanten Austausch von Informationen/Ansichten.

Posted on: 24. Februar 2018Verena

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