L.dorsigera

L.dorsigera

Ich war auf der Suche nach einem netten Zwergbuntbarsch, surfte also so durchs Internet und auf einmal sah ich ein Foto von diesen Fischen und mir blieb die Spucke weg.

Laetacara dorsigera…
L.dorsigera

Die sahen nicht nur toll aus…die klangen auch noch wunderschön!
Aber ich hatte sie noch nie im Handel gesehen und machte mich darauf gefasst, daß ich wohl länger suchen müßte.
Wie das Schicksal es so will, fand ich drei doch recht unterernährte Exemplare in einem Zoohandel.
Sie sahen nicht sonderlich gut aus, eines der Tiere hatte stark eingetrübte und zerrissene Flossen, aber sie schienen vom Körperbau her gut gewachsen zu sein.
Keine übergroßen Augen, also nahm ich an, sie hätten halt die Tage im Handel etwas leiden müssen.
Ich nahm sie mit… smilie
Sie kamen alle drei in mein 190 Liter Eckbecken, wo noch einige Platys schwammen, welche aber alle abgegeben werden sollten.
Ich hoffte, die dorsigera würden wenigstens ein paar der Jungfische fressen… sie übertrafen meine künsten Hoffnungen,es blieb nur eines übrig!
Und meine 3 Zwergbuntbarsche sahen einfach nur gut genährt aus, wenn auch immer noch etwas blass.

Hier waren sie noch etwas mager, aber doch fidel.
Man sieht noch die eingefallene Bauchpartie.
L.dorsigera

Schnell stellte sich heraus, das ich wohl 2 Weibchen und ein Männchen hatte.
Und er fand Gefallen an einer der Damen, denn schon bald zeigten sie sich von ihrer schönsten Seite.

Leider kann ich die wunderschönen Farben nicht mit der Kamera einfangen…es gibt im Internet aber durchaus Bilder, die ihnen nahe kommen.
Der Bauch ist in einem wunderschönem Rot eingefärbt, auf dem Bild wirkt es eher schwarz.

Während sie also immer kräftiger und farbenfroher wurden, suchte ich im Internet nach allen möglichen Informationen.
Hier mal alle Daten, die ich zusammengetragen hatte und bisher auch so bestätigen kann:

Sie sind wohl nicht so leicht im Handel zu bekommen, meist erhält man den L.curviceps.
Beide sehen sich recht ähnlich, ich denke, im Händlerbecken kann man die Unterschiede kaum sehen.
Sind sie ausgewachsen und in Laichstimmung, dann schlägt L.dorsigera in meinen Augen aber jeden kleinen Zwergbuntbarsch von der Färbung her.

Der Ursprung der Fische liegt in Südamerika, Bolivien.
Die Geschlechter unterscheiden sich nicht sehr stark.
Die Männchen sollen bulliger, etwas größer werden, die Beflossung soll wohl mehr ausgezogen sein.
Ich kann nur einen hauchzarten Unterschied feststellen, zwei Tiere haben rundere Beflossung, ich gehe also von 1M/2W aus.

Die dorsigera gehören wohl zu den sehr schüchternen Arten, selbst untereinander soll es nicht zu Verletzungen kommen, sie stupsen und drohen eher, stürmen dem anderen noch etwas hinterher, daß war es dann aber auch.
Das konnte ich bisher auch beobachten. Man attackiert sich nicht sehr heftig, es wird mehr gewedelt und dann als allerletzte Möglichkeit mal etwas gerammt.

Aber dennoch unterschätze ich den psychischen Effekt auf das unterlegenere Tier nicht.
Nicht selten verhungern Tiere, aufgrund der Dominanz eines Artgenossen.

L.dorsigera gehört zu den Offenbrütern, die wohl gerne Sandkuhlen buddeln, dabei aber die Pflanzen in Ruhe lassen.
Sie sind monogam, beide übernehmen die Brutpflege, wie die Rollenverteilung ist weiß ich noch nicht genau.

Die Temperatur sollte zwischen 24-27 Grad betragen, die Mitte ist wohl anzustreben, ich pflege sie momentan bei 25-26 Grad.
Für mich nachvollziehbare Wasserwerte im Netz angegeben von 0-10 gh (manche sagen auch 20 gh, aber das denke ich, ist nicht mehr im Interesse der Fische, eine Nachzucht ist dort gar nicht mehr gegeben).

Sollen Jungfische durchkommen sollte man nicht über 7 gh liegen und der Ph unter 7 sein, da ansonsten die Jungtiere wohl als Bauchrutscher enden, bzw. wegsterben.
Ich habe sie bei ~ Ph 6,6 Kh 2-3 und gh 4.

Sie nahmen bei mir anfangs nur Flockenfutter, mittlerweile gehen sie aber an jedes Frostfutter was nicht zu klein ist und natürlich auch leidenschaftlich an Lebendfutter.
Als Platy-Vertilger haben sie ihren Job erstklassig gemacht!

Die Aquariengrößenangaben reichen von 50 cm bis…..

50 cm halte ich, wie für alle anderen Zwergbuntbarsche, als absolut zu klein.
112 Liter sehe ich bei diesen Tieren, die eine Größe bis 10 cm erreichen können, als absolutes Minimum.
Meist werden sie aber nur bis 8 cm, es kommt darauf an, wie die Zuchtlinie aussieht.

Dichte Bepflanzung, freier Schwimmraum, Wurzeln und Steine als Abgrenzungen, Sandboden sollte Standartausstattung sein, bei mir durchstöbern sie unglaublich gerne die Laubhaufen.

Anfang Januar konnte ich dann sehen, das sie sich wohl zu fühlen schienen, denn sie hatten eine Kuhle ausgehoben, in denen Larven schwammen.
Es war der 3. Januar, als ich die Kleinen entdeckte:
Sandkuhle mit Jungtieren
Ich hatte schon ganz vergessen, wie aufregend es doch war zuzusehen, wie sich Larven entwickelten.
Anscheinend übernahm das Weibchen den Hauptteil der Brutpflege, aber das Männchen war nie weit. Sichernd standen sie über der Kuhle und paßten auf.
Es wurde auch mehrmals umgebettet, manchmal sogar bis zu 6 x am Tag!
Bei dem Ausheben der Kuhlen wurden keine Pflanzen ausgebuddelt, es wurden nur Orte gewählt, an denen sie ohne große Proleme den Sand etwas wegschieben konnten.

Am 8. Januar schwammen die Kleinen frei!
Das war ein Gewusel… ich ging nicht allzu nahe ran, denn die Eltern wirkten sehr nervös…
Jungtiere mit Eltern
Die kommenden Tage zogen sie dann in jeden Winkel des Aquariums immer auf der Suche nach Futter. Ich gab mehrmals am Tag Artemien/ Mikrowümchen.
Totes Futter wurde nicht angenommen.
Das zweite Weibchen hatte ich zuerst schon für Tod geglaubt, aber sie hatte sich nur zurückgezogen (das Aquarium macht dies locker möglich) und ich fütterte sie gezielt.

Die Kleinen entwickelten sich wunderbar und ich schätze sie auf mindestens 100 Tiere!
Beide Elterntiere sichern die Gruppe, stehen auch Nachts dicht über den Jungen.
Am 5. Februar sahen die kleinen Rabauken dann so aus..

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Edit: der Bericht wird demnächst fertig gestellt.
Hier schon mal die Bilder zur Aufzucht:

Posted on: 21. Februar 2018Verena

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