Nitrit….

Nitrit….

Einer der wichtigsten Werte im Aquarium ist der Nitritwert.
Er sollte am besten mit einem Tropfentest gemessen werden und in der Regel nicht nachweisbar sein.
Stäbchentest zeigen bedenkliche Mengen ebenfalls an, sind zur Routineüberprüfung und bei erwachsenen Fischen durchaus nützlich, bei der Jungfischaufzucht sollte man aber auf genauere Meßergebnisse zurückgreifen.

Nicht selten ist dieses geruchs- und farblose Gift die Ursache vieler Fischtode und /oder Erkrankungen.

Ich möchte hier einmal auf einfache Weise erklären, was es damit auf sich hat, ich bleibe bewusst bei einer etwas oberflächlichen Darstellung.
Dieser Artikel soll all jenen Helfen, die nicht begnadet sind in Chemie und co und ich möchte ihnen helfen das Grundwissen zu verstehen.

Woher kommt Nitrit?

Durch Ausscheidungen der Fische (Ammonium, Ammoniak), Futterreste (Eiweiß) und absterbenden Pflanzen (geringfügig) gelangen organische Verbindungen ins Wasser. Die gelösten Stoffe werden durch die so genannte Nitrifizierung abgebaut.

Eiweiß – Aminosäure – Ammonium / Ammoniak – Nitrit – Nitrat

Dazu werden aber bestimmte Bakterien in einem Aquarium benötigt.

Bakterien der Gattung Nitrosomonas scheiden bei der Verarbeitung von Ammonium das giftige Nitrit aus.

Dieses wird dann mit Hilfe der Nitrobacter zu Nitrat weiterverarbeitet.

Sind nicht genügend Nitrobacter vorhanden reichert sich das Nitrit an.

Gründe dafür können sein:

* neue, noch nicht eingefahrene Aquarien
* gestörter Bakterienhaushalt durch z.B. Medikamente
* Überlastung durch plötzliche intensive Fütterung / weiterer Besatz / tote Fische
* reinigen / erneuern des Filtermaterials
* Filterausfall/ ungeeignete Filter

Was bewirkt Nitrit?

Ganz vereinfach ausgedrückt: der Fisch erstickt innerlich, auch wenn genügend Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. NO2 heftet sich an das Hämoglobin (rote Blutkörperchen) und blockiert somit den Platz, den normalerweise das O2 (Sauerstoff) benötigt.

Je höher und länger die Nitritkonzentration, umso gefährlicher ist es.
Niedrige Konzentrationen können ebenfalls auf Dauer schädigen, da das Tier permanent an einer Sauerstoffunterversorgung leidet.

Ein Wert von 0,3 mg/l in einem mit Fischen/Wirbellosen besetzten Becken sollte nachdenklich machen und korrigiert werden!

Dies geschieht durch Wasserwechsel, denn das Gift muss aus dem Aquarium raus.

Je nach Höhe des Nitritwertes können da auch bis zu 70% oder mehr Wasservolumen des Beckens erforderlich sein. Nach einer halben Stunde sollte man erneut messen und notfalls noch einmal mittels temperiertem (!) Wasserwechsel korrigieren.

Es muss aber auch unbedingt nach der Ursache gesucht werden!
Man sollte unterlassen:

  • Filterreinigung
  • Mulmabsaugen ( es sei denn er liegt an manchen Stellen zentimeterdick und es könnte dort faulen)
  • Füttern
  • über Aktivkohle filtern (diese sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, z.B. um Medikamente nach einer Behandlung herauszufiltern. Auch dann sollte der Einsatz nur kurzfristig sein, weil die Kohle alle absorbierten Stoffe wieder ans Wasser abgibt, wenn die Kapazität ausgeschöpft ist. )

Die benötigten Bakterien sind Substrat gebunden und haften auf allen Oberflächen.
Daher ist ein Wasserwechsel nicht schädlich, die wenigen freitreibenden Bakterien, welche man damit entfernt sind absolut vernachlässigbar, spielen keine Rolle.
Mulm aus einem eingefahrenen Aquarium ist sehr hilfreich, doch man sollte sich vergewissern, das in diesem Becken keine Krankheitserreger/ Planarien (oder ähnliches) sind.

Wenn ein Aquarium neu eingerichtet wird, dann sollte man also abwarten, bis sich ausreichend Bakterien gebildet haben.
Ich lese immer wieder die Empfehlung alle zwei Tage eine winzige Prise Flockenfutter ins AQ zu geben, um die Bakterien anzufüttern, selber konnte ich jedoch keinen Unterschied ob mit oder ohne feststellen. Mittels Tropfentests und täglichen Messungen kann man dann ein Ansteigen und auch wieder Abfallen der Werte ermitteln.

Dies war dann der so genannte Nitritpeak.

Bakterienstarter sind nicht notwendig, das Geld kann man eher in Pflanzen investieren.

Der Nitritpeak erfolgt meist in einem Zeitraum von 2- 4 Wochen und sollte auf jeden Fall bei Einsteigern abgewartet werden, bevor man ein Aquarium mit Fischen / Wirbellosen besetzt !

Wer ausreichend Erfahrung besitzt kann ein Becken auch sofort besetzen, doch man sollte immer an eines  denken:
es ist der FISCH der im Wasser schwimmt und sämtliche Konsequenzen einer Nitritbelastung/Vergiftung erleiden muß!

Posted on: 22. Februar 2018Verena

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