Sommerhitze

Sommerhitze

Hallo,

und wieder ist es soweit: die langersehnte Sommerzeit ist da.

Bei Hitze denkt bitte daran, daß oftmals nicht die Temperatur an sich für Fische ein Problem ist, sondern daß ein erhöhter Sauerstoffbedarf auftritt und sich gleichzeitig weniger Sauerstoff im Wasser löst.

Dies kann zu Katastrophen führen.

Hier mal ein paar Tipps..

Viele Fische vertragen durchaus Temperaturen bis 30 Grad.

Ein Problem für die Tiere wird jedoch der Umstand, daß sich in warmen Wasser Sauerstoff schwerer löst, der Stoffwechsel der Fische aber auf Hochtouren läuft und mehr Sauerstoff als sonst benötgt wird.

Manche Fische, wie z.B. Labyrinther und Panzerwelse sind in der Lage atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen und solche Zeiten zu überbrücken.
Reine Kiemenatmer jedoch müssen mit dem Sauerstoff auskommen, der im Wasser gelöst ist.
Eine Unterversorgung kann die Fische schädigen, sogar ersticken lassen.

Hier sollte also rechtzeitig vorgesorgt/ eingegriffen werden, um den Tieren sicher durch die heiße Jahreszeit zu helfen.

Folgende Maßnahmen haben sich als effektiv erwiesen:

1. Abhilfe ist ein großer Wasserwechsel ( bitte nicht mit zu kühlem Wasser!) Mehr als 3 Grad sollte man nicht nach unten korrigieren. Lieber erst mal einen kleinen WW, eine Stunde später dann noch einen…
Bei Becken ab 150 Liter lohnt sich das Anschaffen eines langen Schlauches und eines Wasserhahn-Adapters.
So lassen sich schnell und einfach Wasserwechsel realisieren.

2. Sauerstoffstein (Membranpumpe) anschliessen, damit wird die Wasseroberfläche etwas vergrößert.
Effektiver ist allerdings Punkt 3:

3. Einen Diffusor oder stark einplätschernder Wassereinlauf ( ziehe ich einem Blubberstein vor) bringt vermehrt Sauerstoff ins Wasser.

4. Die Beleuchtung ausschalten und die Klappen öffnen.
Dadurch entsteht keine weitere Abwärme der Neonreöhren mehr und die warme Luft kann nach draussen.
Bedenkt, daß auch bei 26-27 Grad eine angeschaltete Beleuchtung die Wassertemperatur auf über 30 Grad bringen kann.
2 oder sogar 3 Tage mit ausgeschaltetem Licht schaden weder Fische noch Pflanzen.
Aber die CO2 Anlage abstellen!

5. Kurzfristig kann man sich auch mit einem Ventilator behelfen, der auf die freie Wasseroberfläche pustet, aber bitte  sichert ihn gut.
Strom und Wasser kann tödlich sein!
Wer dauerhaft im Sommer mit höheren Temperaturen rechnen muß ( z.B. Dachgeschoss), der sollte sich einen Lüfter anschaffen, der auf die Wasseroberfläche bläst.
Hierbei kühlt das Wasser merklich durch die starke Verdunstung ab.
Geignete Geräte gibt es schon preiswert im Handel.

Dazu einen Hinweis:
Verdunstete Flüssigkeit sollte wenn möglich mit Osmosewasser /destiliertem Wasser ersetzt werden, wenn dies öfter nötig ist.
Dies kann man bei manchen Aquarienhändlern kaufen, oder aber auch einfach im Baum/Supermarkt als dest. Wasser (Auto/Haushaltsabteilung).
Denn nur das Wasser verdunstet ja, alle Salze/Härtebilder bleiben im AQ.
Somit härtet/salzt es sich langsam auf, wenn man einfach nur Leitungswasser nachschüttet.

Wer öfter mit Leitungswasser nachfüllt, sollte daher 1x im Monat neben den regelmäßigen ( z.B. 30-40 % wöchentlich / alle 14 Tage) Wasserwechsel einen großen WW von ca. 70% machen.
Das richtet sich je nach der verdunsteten Menge und der Wasserhärte!

Brita-Wasserfilter eignen sich nicht für Aquarien!

Gerade Aquarien, die nur wenig Grundfläche haben, aber sehr hoch sind, können schneller unter Sauerstoffmangel leiden.
Je höher der Fischbesatz, umso höher liegt auch der Sauerstoffbedarf eines Beckens.
Auch sehr stark bepflanzte Aquarien benötigen des Nachts ausreichend, denn hier “atmen” die Pflanzen ebenfalls Sauerstoff.

Also ALLE Becken täglich kontrollieren.

Steigen die Temperaturen in einem AQ zu hoch, sollte man daher immer auf eine gute Wasserumwälzung achten.
Eine gute Strömung verteilt Sauerstoff angereichertes Wasser im Becken und versorgt alle Lebewesen, inklusive der Bakterien und Mikroorganismen.

Um Fisch/Garnelenverlust etc. bei abgenommenen Klappen durch herausspringen zu vermeiden, kann man Mückengase drüber machen.
Einfach mit den Klettbändern an einem Zusatzrahmen den man auflegt am AQ befestigen.
Bitte daran denken, daß keine Kleberückstände den eigentlichen Rahmen/Abdeckung ruinieren!
Ansonsten nur drumwickeln!

Hat man generell mit solche Problemen im Sommer zu kämpfen, dann sollte man zudem bei geschlossenen Aquarien darauf achten, daß die Vorschaltgeräte außerhalb der Abdeckung liegen und einen festen Lüfter installieren.
Oder mit Lüftungsschlitzen/Gitter versehen.

LED geben die meiset Wärme nach oben ab, auch sie tragen einen Teil dazu bei, daß AQ nicht unnötig aufzuwärmen.

Eiswürfel oder Eispacks bringen so gut wie gar nichts.
Laut D.R.T.A. braucht man wohl 1 Kilo Eis um 80 Liter Wasser um 1 Grad herunter zu kühlen.
Also nicht wirklich sinnvoll, außer bei kleinen Becken bis 50 Liter.
Alle anderen sollten sich anders behelfen.

So, wer noch Ideen hat…her damit.

Posted on: 22. Februar 2018Verena

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